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Tipp Veröffentlicht am 22. September 2026 ·4 Min. Lesezeit

Was eine Frage an die KI wirklich kostet: Strom, Wasser und die Zahl für dein Referat

Eine Textfrage an Gemini kostet im Median 0,24 Wattstunden und fünf Tropfen Wasser, sagt Google selbst. Das ist eine Sekunde Mikrowelle, und die große Zahl stimmt trotzdem auch: Rechenzentren verbrauchen schon 1,5 Prozent des Stroms der Welt.

Cover von Während du scrollstDas Buch zu diesem BeitragWährend du scrollstfür Jugendliche (13 bis 18)

Im Netz kursieren Zahlen in jeder Größe: Jede Frage an ChatGPT verbrauche ein Glas Wasser, KI fresse mehr Strom als ganze Länder, oder es sei alles halb so wild. Fürs Referat taugt keine davon, wenn du nicht sagen kannst, woher sie kommt. Hier stehen nur Zahlen, die die Firmen selbst veröffentlicht haben oder die von der Internationalen Energieagentur stammen, mit Link, damit du sie nachprüfst, bevor sie auf eine Folie kommen.

Was ein Prompt kostet, laut den Firmen

Google hat am 21. August 2025 seine Messung für die Gemini-Apps veröffentlicht: Die mittlere Textfrage (der Median) verbraucht 0,24 Wattstunden Strom, 0,26 Milliliter Wasser (etwa fünf Tropfen, sagt Google) und verursacht 0,03 Gramm CO2. Das entspreche weniger als neun Sekunden Fernsehen. In die Rechnung gehen auch die Chips ein, die bereitstehen und nichts tun, dazu CPU und Arbeitsspeicher der Maschine und die Kühlung des Rechenzentrums, und Google behauptet, in zwölf Monaten sei der Stromverbrauch pro Frage um das 33-Fache gesunken, der CO2-Fußabdruck um das 44-Fache. Sam Altman, der Chef von OpenAI, schrieb am 10. Juni 2025 in seinem Blog, die durchschnittliche ChatGPT-Anfrage brauche etwa 0,34 Wattstunden, so viel wie ein Backofen in gut einer Sekunde oder eine sparsame Glühbirne in ein paar Minuten, und 0,000085 Gallonen Wasser, ein Fünfzehntel Teelöffel, also rund 0,32 Milliliter. Wie gemessen wurde, steht dort nicht.

  • Mikrowelle mit 800 Watt: 0,24 Wattstunden sind gut eine Sekunde Laufzeit. Mit Altmans Zahl anderthalb Sekunden.
  • LED-Lampe mit 10 Watt: knapp anderthalb Minuten Licht pro Frage. Zwei Minuten mit der ChatGPT-Zahl.
  • Handy-Akku (rund 15 Wattstunden): etwa sechzig Fragen entsprechen einer vollen Ladung, Ladeverluste nicht mitgerechnet.
  • Wasser: 0,26 Milliliter sind fünf Tropfen. Ein Glas mit 250 Millilitern reicht für fast tausend Fragen.
  • CO2: Tausend Fragen verursachen 30 Gramm.
  • Deine ganze Klasse: 25 Leute, 20 Fragen am Tag, 180 Schultage, das sind 90.000 Fragen im Jahr, rund 21,6 Kilowattstunden. Eine LED-Lampe, die neunzig Tage durchbrennt.

Warum die kleine Zahl trotzdem groß wird

Die Internationale Energieagentur rechnet in ihrem Bericht Energy and AI von 2025 vor, dass Rechenzentren 2024 rund 415 Terawattstunden verbraucht haben, etwa 1,5 Prozent des weltweiten Stroms, und dass es bis 2030 rund 945 Terawattstunden werden, etwas mehr, als ganz Japan heute verbraucht. In dieser Zahl steckt alles, was in einem Rechenzentrum läuft: Streaming, Online-Spiele, die Cloud deiner Schule, und eben auch KI. Derselbe Bericht bremst aber: Rechenzentren machen bis 2030 nur ein Zehntel des weltweiten Stromzuwachses aus, weniger als Industriemotoren, Klimaanlagen oder Elektroautos. Beides stimmt gleichzeitig: Pro Frage ist es fast nichts, in der Summe ein Land.

Bilder sind eine andere Liga. Eine Studie von Alexandra Sasha Luccioni, Yacine Jernite und Emma Strubell, vorgestellt auf der Konferenz ACM FAccT 2024, hat offene Modelle gemessen und gefunden, dass Bilderzeugung im Schnitt über 60-mal so viel Energie braucht wie Texterzeugung: 2,9 Kilowattstunden pro tausend Bilder gegenüber 0,047 pro tausend Texte. Das sind rund 2,9 Wattstunden pro Bild, so viel wie ein Dutzend Textfragen nach Googles Zahl, und das ineffizienteste Modell der Studie brauchte eine halbe Handyladung pro Bild. Für Video hat keine Firma eine Zahl veröffentlicht, also bleibt nur das Offensichtliche: Ein Video sind viele Bilder pro Sekunde.

Die Folie für dein Referat

  • Eine Textfrage: zwischen 0,24 Wattstunden (Google, Gemini, Median, 2025) und 0,34 (Altman, ChatGPT, Durchschnitt, 2025).
  • Also: eine gute Sekunde Mikrowelle oder anderthalb Minuten LED-Licht.
  • Wasser: fünf Tropfen pro Frage. Ein Glas reicht für fast tausend.
  • CO2: 0,03 Gramm pro Frage, 30 Gramm pro tausend.
  • Ein Bild: im Schnitt über 60-mal so viel Energie wie ein Text (Luccioni und andere, 2024, offene Modelle).
  • Alle Rechenzentren der Welt: 415 Terawattstunden 2024, 1,5 Prozent des Weltstroms; rund 945 im Jahr 2030, mehr als Japan heute (IEA).
  • Aber: nur ein Zehntel des Verbrauchszuwachses bis 2030, weniger als Motoren, Klimaanlagen oder E-Autos (IEA).
  • Die kleinen Zahlen kommen von den Firmen. Die große von der IEA. Das dazuzusagen unterscheidet ein Referat von einem Gerücht.

Drei Regeln fürs Sparen

  • Modell: Für eine Vokabel oder eine Formel das schnelle, kleine Modell, das deine App anbietet. Den Denkmodus, der pro Antwort viel länger rechnet, nur wenn die Aufgabe ihn wirklich braucht.
  • Länge: Eine gut gestellte Frage mit allem Kontext statt fünf vager Versuche und dreimal neu generieren. Und was ein Blick ins Buch klärt, wird nicht gefragt.
  • Bilder: nur die, die du benutzt. Drei Varianten statt dreißig, und Video nur für ein echtes Projekt. Hier wiegt eine einzige Entscheidung von dir mehr als hundert Textfragen.
  • Und wenn du eine eigene Zahl fürs Referat willst: Zähl eine Woche lang deine Fragen und multipliziere mit 0,24 und mit 0,34. Nenn beide, die Spanne ist die ehrliche Antwort.

Quellen

Häufige Fragen

Stimmt es, dass jede Frage an die KI ein Glas Wasser verbraucht?

Nach den veröffentlichten Firmenzahlen nicht. Google nennt 0,26 Milliliter, etwa fünf Tropfen, für die mittlere Textfrage in Gemini, Altman rund 0,32 Milliliter für ChatGPT. Damit reicht ein Glas mit 250 Millilitern für fast tausend Fragen. Bilder und Video sind in diesen Zahlen nicht enthalten.

Hat jemand Unabhängiges diese Zahlen geprüft?

Die Zahlen pro Frage nicht: Google und OpenAI veröffentlichen sie über ihre eigenen Systeme. Unabhängig ist die Gesamtzahl der Internationalen Energieagentur, 415 Terawattstunden für alle Rechenzentren im Jahr 2024. Im Referat sagst du deshalb bei jeder Zahl dazu, wer sie liefert.

Kostet ein Bild mehr als ein Text?

Ja, deutlich. Die Studie von Luccioni und anderen von 2024 hat an offenen Modellen im Schnitt über 60-mal so viel Energie pro Bild wie pro Text gemessen. Für ihre eigenen Bild- und Videogeneratoren haben die Firmen keine Zahl veröffentlicht, also misstraue jeder exakten Zahl ohne Quelle.

Wie rechne ich meinen eigenen Verbrauch aus?

Zähl eine Woche lang deine Fragen und multipliziere mit 0,24 Wattstunden (Googles Zahl) und mit 0,34 (Altmans Zahl). Nenn beide Werte: Die Spanne ist ehrlicher als eine einzelne Zahl, und du kannst im Referat erklären, warum.

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