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Sicherheit Veröffentlicht am 3. August 2026 ·2 Min. Lesezeit

Phishing 2.0: KI-geschriebene Betrugsnachrichten erkennen

Früher verrieten Rechtschreibfehler den Betrug. Heute schreibt die KI fehlerfrei. Die Signale sind nicht weg, sie sind nur umgezogen.

Cover von Während du scrollstDas Buch zu diesem BeitragWährend du scrollstfür Jugendliche (13 bis 18)

Jahrelang war der Rat einfach: Wenn die Nachricht der Bank Rechtschreibfehler hatte, war es Betrug. Dieser Trick ist tot. Heute kann jeder eine KI um einen makellosen, freundlichen Text in deiner Sprache bitten, im exakten Ton einer echten Firma. Und Betrüger haben das als Erste gemerkt.

Die gute Nachricht: Die Signale sind nicht verschwunden, sie sind umgezogen. Sie stecken nicht mehr darin, wie eine Nachricht geschrieben ist, sondern darin, was sie von dir will und auf welchem Weg sie kommt.

Die neuen Signale

  • Fabrizierte Eile: dein Konto wird in 24 Stunden gesperrt, letzte Chance, bestätige jetzt. Dringlichkeit ist Werkzeug Nummer eins, denn wer es eilig hat, prüft nichts.
  • Der Link passt nicht: Halte den Link gedrückt, ohne ihn zu öffnen, und schau dir die echte Domain an. Sagt die Nachricht Bank, führt der Link aber auf eine seltsame Domain, ist die Frage beantwortet.
  • Sie wissen nichts über dich: sehr geehrter Kunde, dein Paket, ohne Bestellnummer und ohne deinen Namen. Wer wirklich ein Konto mit dir hat, hat auch deine Daten.
  • Zu gut, um wahr zu sein: das Gewinnspiel, an dem du nie teilgenommen hast, der leichte, top bezahlte Job, der Rabatt nur für dich. Dass es genau zu deinen Wünschen passt, ist Teil des Designs.
Beispiel 1

Eine makellose DM einer Modemarke: Wir lieben dein Profil, werde unser Ambassador, wir schicken dir Produkte gratis, du zahlst nur den Versand. Der Link führt auf eine Website wie die echte, nur mit anderer Domain, und will deine Karte für 3,90 Euro Versand. Signale: Schmeichelei plus Geschenk plus Kartendaten, und eine Domain, die nicht der Marke gehört.

Beispiel 2

Eine SMS genau dann, wenn du auf ein Paket wartest: Dein Paket liegt fest, zahle 1,99 Euro für die Zustellung. Perfektes Deutsch, richtiges Logo, den Rest erledigt der Zufall. Signal: Paketdienste kassieren nicht per SMS-Link. Öffne selbst die App oder die offizielle Website des Shops und schau dort nach dem Status.

Und die Regel, die fast alle Fälle löst: niemals über den Link, der dir geschickt wurde. Behauptet die Nachricht, von deiner Bank, einem Shop oder einem sozialen Netzwerk zu sein, schließe sie und geh selbst über die App oder die bekannte Adresse rein. War es echt, findest du es dort. Taucht dort nichts auf, war es heiße Luft.

Häufige Fragen

Wie sehe ich auf dem Handy, wohin ein Link führt?

Halte ihn gedrückt, ohne loszulassen, dann erscheint die vollständige Adresse. Achte auf die Hauptdomain, den Teil direkt vor dem ersten Schrägstrich. Und wenn du trotzdem zweifelst, öffne ihn nicht: Geh über die App oder die offizielle Website.

Und wenn die Nachricht vom Account eines Freundes kommt?

Accounts werden gestohlen, und die KI imitiert den Kumpelton sehr gut. Bittet dich ein Freund um Geld, einen Code oder einen komischen Link, prüf es auf einem anderen Weg: Ruf ihn an oder frag persönlich. Und ein Code, der per SMS kommt, wird niemals weitergeleitet, an niemanden.