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Prompt Veröffentlicht am 4. September 2026 ·3 Min. Lesezeit

Referate, bei denen keiner einschläft: die Prompt-Kette

Ein Referat langweilt fast immer aus demselben Grund: zu viel Text auf den Folien und im ersten Minute kein Grund zuzuhören. Die KI schreibt es dir nicht, sie trainiert dich: Publikum, Hook, drei Punkte und ein Probelauf mit unangenehmen Fragen.

Cover von Während du scrollstDas Buch zu diesem BeitragWährend du scrollstfür Jugendliche (13 bis 18)

Denk an das letzte Referat, das dich gelangweilt hat. Wahrscheinlich lag es nicht am Thema, sondern daran, dass jemand acht Minuten lang volle Folien vorgelesen hat, ohne dir je zu sagen, warum dich das angehen sollte. Und jetzt denk an das eine, das du noch weißt: Es fing mit etwas Konkretem an, hatte drei Ideen, und man hat gemerkt, dass die Person versteht, wovon sie redet.

Die Kette, in drei Prompts

Schritt 1: Publikum und Hook
Ich halte ein Referat über [THEMA] im Fach [FACH], [MINUTEN] Minuten, vor meiner Klasse ([KLASSENSTUFE]) und der Lehrkraft. Bevor es um Inhalt geht: Stell mir fünf Fragen, um herauszufinden, was dieses Publikum schon weiß und was es interessiert. Danach schlag mir drei verschiedene Einstiege für die ersten dreißig Sekunden vor (eine Frage, eine konkrete Zahl, eine kurze Szene) und sag mir, welches Publikum jeder davon packt. Schreib das Referat noch nicht.
Schritt 2: drei Punkte
Ich nehme diesen Einstieg: [GEWÄHLTER EINSTIEG]. Jetzt hilf mir mit der Struktur: Ich will genau drei Punkte, nicht mehr und nicht weniger. Das weiß ich über das Thema: [DEIN WISSEN, ROH HINGESCHRIEBEN]. Sortier meine Gedanken in drei Punkte mit je einem konkreten Beispiel und einem Schlusssatz. Gib mir nur eine Gliederung in Stichpunkten, keinen ausformulierten Text: Ich will es mit meinen Worten erzählen. Und markier die Stellen, an denen meine Informationen dünn sind und ich eine Quelle nachschlagen sollte.
Schritt 3: Probelauf
Ich probe jetzt laut. Sei eine kritische, aber freundliche Zuhörerin in meinem Alter: Stell mir nach jedem Punkt zwei Fragen, wie sie jemand stellt, der vom Thema nichts weiß, und eine schwierige Frage, wie sie die Lehrkraft stellen könnte. Sag mir am Ende, welcher Teil nicht angekommen ist und welchen Satz ich wegen Länge streichen sollte. Lob mich nicht: Ich will wissen, was hakt.
  • Sechs Wörter auf der Folie, nicht sechs Zeilen. Steht alles da, liest man dich und hört dir nicht mehr zu.
  • Ein Bild, das etwas beiträgt, keins zum Auffüllen. Und kein Bild, bei dem du nicht weißt, wo es herkommt.
  • Zweimal im Stehen und laut proben. Im Kopf durchgehen zählt nicht: Der Mund stolpert an Stellen, die der Kopf überliest.
  • Beim Proben die Zeit stoppen. Fast alle überziehen, und das Überziehen ist der Grund, warum das Ende gehetzt wirkt.
  • Leg dir einen Satz für den Fall zurecht, dass du etwas nicht weißt: Weiß ich nicht, ich schaue nach und sage es morgen. Klingt deutlich besser als etwas zu erfinden.

Am Tag des Referats hat nicht die Person den Vorteil, die am meisten geschrieben hat, sondern die, die ihren Text am häufigsten laut gesagt hat. Genau da liefert die KI: Du kannst um elf Uhr abends proben, wenn niemand zu Hause mehr Publikum spielen will, und bekommst Fragen zurück statt Applaus.

Quellen

Häufige Fragen

Merkt man, wenn das Referat von der KI geschrieben ist?

Man merkt es, und fast immer am Gleichen: lange, glatte Sätze, die nicht zu deiner Sprechweise passen, und eine leere Antwort, sobald jemand etwas fragt, das nicht im Text stand. Eine eigene Gliederung mit deinen Worten hält jede Frage aus.

Ich habe Panik vor der Klasse, hilft das überhaupt?

Der Probelauf hilft, und zwar genau der: Was du fünfmal laut gesagt hast, kommt von selbst, auch wenn du zitterst. Und wenn du hängen bleibst, hast du mit drei Punkten im Kopf statt eines langen Textes immer eine Stelle, zu der du zurückkannst.