Angst vor dem ersten Schultag: eine Geschichte, in der dein Kind der Held ist
Am Abend vor dem ersten Schultag kommen die Bauchschmerzen und das leise ich will da nicht hin. Eine Geschichte nach Maß, mit deinem Kind als Held und der echten Sorge darin, gibt ihm Worte für das Gefühl und ein Beispiel, wie man es schafft.
Der Abend vor dem ersten Schultag hat ein bekanntes Drehbuch: halb gegessenes Abendbrot, Bauchweh aus dem Nichts und gegen zehn ein sehr leises ich will da nicht hin. Ob Einschulung mit Schultüte, Wechsel auf die neue Schule oder einfach die vertraute Klasse mit einem neuen Lehrer, spielt dabei kaum eine Rolle: Ein Kopf mit neun Jahren füllt die Lücken mit dem Schlimmsten, was ihm einfällt.
Was fast nie hilft, ist das wird schon, du wirst sehen. Dein Kind weiß selbst, dass das wahrscheinlich stimmt, und der Knoten bleibt trotzdem. Was hilft, ist die Sorge nach draußen zu holen und in eine Geschichte zu setzen: eine Geschichte, in der die Hauptfigur seinen Namen trägt, genau diese Sorge hat und trotz der Sorge etwas Kleines und Konkretes tut. Das hinterlässt einen Plan statt eines Trostpflasters.
Der Prompt und was hineingehört
Bevor irgendetwas getippt wird, frag nach, wovor genau die Angst da ist, und halte die Pause aus. Es ist fast nie die Schule als Ganzes: Es ist die große Pause, in der man nicht weiß, zu wem man sich stellt, der neue Lehrer, der laut wird, die Toilette, die man nicht findet, die beste Freundin in der Parallelklasse. Je konkreter das in den Prompt kommt, desto brauchbarer wird die Geschichte. Das Lieblingstier als Begleiter gehört dazu, damit die Angst erzählt werden kann, ohne ich sagen zu müssen.
Schreib eine Mutmach-Geschichte für [NAME], [ALTER] Jahre alt, zum Vorlesen am Abend vor dem ersten Schultag. [NAME] kommt [in die neue Klasse / an die neue Schule / in die Einschulung] und hat Angst davor, dass [KONKRETE SORGE]. In der Geschichte ist [NAME] die Hauptfigur, begleitet von [LIEBLINGSTIER]. Ganz wichtig: Die Sorge muss wirklich vorkommen und darf nicht einfach verschwinden. [NAME] spürt sie und macht trotzdem einen kleinen, realistischen Schritt, etwas, das ein Kind wirklich tun kann. Am Ende ist nicht alles perfekt, aber [NAME] weiß, dass es gegangen ist. Ungefähr 500 Wörter, einfache Sätze, keine Moral am Schluss, kein Wort über Noten.- Am Abend vorher vorlesen, nicht am Morgen: Morgens ist keine Zeit, über das zu reden, was hochkommt.
- Lass dein Kind ändern, was nicht passt. Wenn es sagt, so würde mein Held das nie machen, hat es recht, und die Geschichte wird neu erzeugt.
- Danach genau eine Frage: Und du, was hättest du gemacht? Genau da wird aus der Geschichte ein Plan.
- Heb die Geschichte auf. Sie im Februar noch einmal zu lesen, wenn längst nichts mehr Angst macht, ist einer der schönsten Momente des Schuljahres.
Vorsicht bei einem Ende, das lügt. Wenn die Geschichte verspricht, dass die neue Lehrerin wunderbar ist und am Tor schon ein Freund wartet, und am Montag ist das nicht so, verliert die Geschichte ihre Glaubwürdigkeit und du gleich mit. Ein gutes Ende sagt etwas anderes: Der erste Tag war komisch, der Held war aufgeregt, saß eine Pause lang allein und ist trotzdem bis zum Nachmittag gekommen und wieder heimgefahren. Dieses Versprechen lässt sich halten.
Quellen
Häufige Fragen
Macht man die Angst nicht größer, wenn man sie benennt?
Es ist umgekehrt: Was keinen Namen hat, wächst nachts ins Unendliche. In einer Geschichte bekommt die Angst eine Größe, einen Anfang und ein Ende, und vor allem jemanden, der hindurchgeht. Das ist handlicher als ein enger Bauch ohne Namen.
Und wenn mein Kind sagt, Geschichten sind was für Kleine?
Dann wechsle die Verpackung: Comic, leichte Gruselgeschichte, eine Folge seiner Lieblingsserie oder eine Geschichte über ein Kind in seinem Alter, das nicht es selbst ist. Der Mechanismus bleibt gleich, und mit zehn oder elf funktioniert er oft besser, wenn der Held einen anderen Namen trägt.